Kurzdefinition - GTIN – Global Trade Item Number
Die GTIN (Global Trade Item Number) ist eine weltweit standardisierte Nummer zur eindeutigen Identifikation von Handelsartikeln. Sie wird genutzt, um Produkte im Handel, in Logistiksystemen, Online-Shops und an Kassen eindeutig zu erkennen. Sie dient dazu, Produkte weltweit eindeutig zu kennzeichnen - unabhängig davon, wo sie verkauft werden. Auf Deutsch sinngemäß: Globale Artikelidentifikationsnummer.
Kurz gesagt: Die GTIN ist die internationale Identität eines Produkts.
Was ist eine GTIN Nummer?
Die GTIN Nummer ist ein standardisierter Zahlencode, der einem Produkt zugeordnet wird. Sie steckt meist im Barcode und wird gescannt, um Artikel schnell zu identifizieren.
Typische Einsatzbereiche:
- Einzelhandel
- E-Commerce
- Lagerlogistik
- Marktplätze wie Amazon
- Kassensysteme
- Warenwirtschaftssysteme
- internationale Lieferketten
Ein Produkt kann dadurch global eindeutig erkannt werden.
Wie setzt sich die 13-stellige GTIN zusammen inkl. Beispiele?
Die häufigste Form in Europa ist die GTIN-13. Sie besteht aus 13 Ziffern.
Typischer Aufbau:
- Ländervorsatz / GS1-Präfix
Zeigt die Vergaberegion des Unternehmens. - Unternehmensnummer
Kennzeichnet das registrierte Unternehmen. - Artikelnummer
Wird für das konkrete Produkt vergeben. - Prüfziffer
Die letzte Zahl dient zur mathematischen Kontrolle.
Wichtig: Das Präfix zeigt nicht zwingend das Herstellungsland des Produkts, sondern die Organisation der Nummernvergabe.
Beispiele für GTINs (fiktive Beispielnummern):
- 4006381333931 – Beispiel für eine GTIN-13 auf einem Konsumprodukt
- 7612345678908 – Beispiel für eine GTIN-13 im europäischen Handel
- 012345678905 – Beispiel für eine GTIN-12 häufig im nordamerikanischen Markt / UPC
GTINs gibt es in mehreren Formaten:
- GTIN-8 → kleine Verpackungen
- GTIN-12 → UPC (USA/Kanada)
- GTIN-13 → Standard in Europa
- GTIN-14 → Kartons / Verpackungseinheiten / Logistik
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Sind GTIN und EAN das Gleiche?
Fast – aber nicht exakt.
Der Begriff EAN (European Article Number) wurde früher für Barcodes im Handel verwendet. Heute wurde dieses System international durch die GTIN abgelöst.
Das bedeutet:
- EAN ist die frühere Bezeichnung
- GTIN ist der heutige globale Standard
Im Alltag sagen viele weiterhin „EAN“, obwohl technisch meist die GTIN gemeint ist.
Kurz gesagt: EAN ist historisch. GTIN ist aktuell.
GTIN Code – wo wird er verwendet?
Der GTIN Code wird meist als Barcode dargestellt und in zahlreichen Prozessen genutzt.
Beispiele:
- Scan an der Kasse
- Wareneingang im Lager
- Versandprozesse
- Online-Produktfeeds
- Marktplatzlistings
- Retourenbearbeitung
- Produktdatenmanagement
Ohne GTIN wären viele Handelsprozesse deutlich langsamer und fehleranfälliger.
Wo finde ich die GTIN-Nummer?
Die GTIN-Nummer findest du häufig:
- unter dem Barcode auf der Verpackung
- auf Produktetiketten
- in Produktdatenblättern
- im ERP-System
- im Shopsystem
- auf Marktplatzdatenseiten
- in Stammdatenbanken
Bei Konsumgütern steht sie meist direkt auf der Außenverpackung.
Wer vergibt die GTIN in Deutschland und wie viel kostet sie?
In Deutschland erfolgt die Vergabe über GS1 Germany. Unternehmen registrieren sich dort und erhalten Nummernkreise, aus denen sie ihre Produkte kennzeichnen können. GS1 ist die weltweit führende Organisation für Standards in Handel und Supply Chain.
Die Kosten hängen meist ab von:
- Unternehmensgröße
- Anzahl benötigter GTINs
- Mitgliedschaftsmodell
- Zusatzservices
In der Praxis erfolgt die Vergabe oft über Mitgliedschaften bei GS1 Germany. Wer viele Produkte verwaltet, benötigt entsprechend größere Nummernkapazitäten.
GTIN im Fulfillment und in der Logistik
Für Lager und Fulfillment ist die GTIN extrem wertvoll, weil sie Prozesse standardisiert.
Vorteile:
- schneller Scan im Wareneingang
- eindeutige Produktidentifikation
- weniger Verwechslungen
- saubere Stammdaten
- bessere Integration mit Handelspartnern
- effizientere Retourenprozesse
Gerade bei Multi-Channel-Commerce ist Standardisierung Gold wert.
Typische Fehler bei GTINs
Falsche Zuordnung
Eine GTIN darf nicht mehreren Produkten gleichzeitig zugeordnet sein.
Veraltete Stammdaten
Wenn Maße, Varianten oder Produktinfos nicht aktuell sind, entstehen Folgefehler.
Billige Fremdnummern ohne saubere Rechtebasis
Das kann zu Problemen auf Marktplätzen führen.
GTIN mit SKU verwechseln
SKU ist intern, GTIN ist standardisiert extern.



