Order Cycle Time - Kurzdefinition
Die Order Cycle Time misst die Zeit, die eine Bestellung vom Auftragseingang bis zu einem definierten Endpunkt benötigt. Im Fulfillment wird damit häufig die Zeitspanne vom Eingang der Bestellung bis zur Versandbereitschaft oder zum tatsächlichen Versand gemessen.
Die Kennzahl zeigt damit, wie schnell ein Auftrag durch die einzelnen Fulfillment-Prozesse läuft.
Kurz gesagt: Die Order Cycle Time zeigt, wie lange dein Fulfillment für die Bearbeitung einer Bestellung braucht.
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Warum ist die Order Cycle Time wichtig?
Die Order Cycle Time ist ein wichtiger Indikator für die Geschwindigkeit und Effizienz im Fulfillment. Je kürzer und stabiler die Durchlaufzeit ist, desto schneller können Bestellungen das Lager verlassen.
Dabei geht es nicht nur um maximale Geschwindigkeit. Besonders wichtig ist eine gleichmäßige und planbare Order Cycle Time. Wenn manche Bestellungen innerhalb einer Stunde und andere erst nach einem Tag bearbeitet werden, deutet das auf Schwankungen oder Engpässe im Prozess hin.
Eine stabile Order Cycle Time hilft dabei, Versandversprechen einzuhalten, Cut-off-Zeiten zuverlässig abzubilden und auch bei steigendem Bestellvolumen planbar zu arbeiten.
Wie wird die Order Cycle Time gemessen?
Für die Berechnung werden zwei Zeitpunkte miteinander verglichen: der Eingang beziehungsweise die Freigabe der Bestellung und der definierte Abschluss des Fulfillment-Prozesses.
Für eine Fulfillment-Auswertung kann beispielsweise folgende Berechnung verwendet werden:
Zeitpunkt Versand – Zeitpunkt Bestelleingang = Order Cycle Time
Die benötigten Daten kommen typischerweise aus:
Wichtig ist eine einheitliche Definition des Endpunkts. Wird bei einer Marke die Label-Erstellung und bei einer anderen die tatsächliche Carrier-Übergabe verwendet, sind die Werte nicht direkt vergleichbar.
Welche Prozesse beeinflussen die Order Cycle Time?
Zwischen Bestelleingang und Versand liegen mehrere Prozessschritte. Schon eine Verzögerung an einer einzelnen Stelle kann die gesamte Durchlaufzeit verlängern.
Typischerweise beeinflussen folgende Prozesse die Order Cycle Time:
- Auftragsübertragung
- Zahlungs- oder Auftragsfreigabe
- Priorisierung
- Erstellung der Pickliste
- Picking
- Qualitätskontrolle
- Packing
- Label-Erstellung
- Bereitstellung für den Versand
- Carrier-Übergabe
Deshalb eignet sich die Order Cycle Time gut als übergreifender KPI: Sie zeigt nicht nur die Geschwindigkeit eines einzelnen Arbeitsschritts, sondern die Performance der gesamten Auftragsabwicklung.
Was ist eine gute Order Cycle Time?
Einen allgemein gültigen Idealwert gibt es nicht. Die passende Order Cycle Time hängt unter anderem von Produkt, Bestellvolumen, Fulfillment-Modell, Cut-off-Zeit, Versandversprechen und individuellen Zusatzleistungen ab.
Ein einfacher Standardauftrag kann deutlich schneller verarbeitet werden als eine Bestellung mit Geschenkverpackung, Personalisierung, Kitting oder anderen Value Added Services.
Wichtig ist deshalb vor allem, dass die Order Cycle Time kurz, stabil und passend zum kommunizierten Service-Level ist.
Ein guter Wert ist also nicht nur schnell, sondern verlässlich.
Typische Ursachen für eine hohe Order Cycle Time
Eine lange Order Cycle Time entsteht häufig nicht durch einen einzelnen großen Engpass. Oft summieren sich viele kleine Wartezeiten innerhalb des Prozesses.
Typische Ursachen sind:
- verspätete Auftragsübertragung
- manuelle Auftragsfreigaben
- ineffiziente Pickwege
- fehlende Bestände
- schlechte Lagerplatzstruktur
- zu viele manuelle Prozessschritte
- aufwendige Sonderverpackungen
- fehlende Personalplanung bei Peaks
- technische Probleme zwischen Shop, OMS und WMS
- verzögerte Carrier-Abholung
Besonders kritisch sind Bestellungen, die zwischen zwei Prozessschritten liegen bleiben, ohne aktiv bearbeitet zu werden.
Wie lässt sich die Order Cycle Time verbessern?
Der erste Schritt ist Transparenz. Unternehmen sollten nicht nur die gesamte Order Cycle Time betrachten, sondern prüfen, wie lange einzelne Prozessschritte dauern.
Wichtige Maßnahmen sind:
- automatische Auftragsübertragung
- klare Cut-off-Regeln
- intelligente Priorisierung
- optimierte Pickwege
- Barcode- und Scanprozesse
- saubere Lagerplatzstrukturen
- automatisierte Label-Erstellung
- klare Prozesse für Sonderfälle
- frühzeitige Peak-Planung
- regelmäßige Analyse von Wartezeiten
Ziel sollte nicht sein, jeden einzelnen Arbeitsschritt maximal zu beschleunigen. Entscheidend ist, unnötige Wartezeiten zwischen den Prozessen zu vermeiden.
Order Cycle Time im Fulfillment
Im Fulfillment zeigt die Order Cycle Time sehr direkt, wie effizient Shop, Systeme und Lager miteinander arbeiten.
Gerade bei Fashion, Beauty und Lifestyle können Kampagnen, Drops oder saisonale Peaks kurzfristig für deutlich höhere Bestellmengen sorgen. Eine stabile Order Cycle Time zeigt, dass die Prozesse auch unter Belastung funktionieren.
Dabei sollte die Kennzahl immer gemeinsam mit Qualitäts-KPIs betrachtet werden. Eine extrem kurze Durchlaufzeit bringt wenig, wenn gleichzeitig die Pick Accuracy sinkt oder mehr Fehlversendungen entstehen.


